Pressemitteilung vom 23. März 2012

 

ISLAMISCHE RELIGIONSGEMEINSCHAFT

 

IN BERLIN

 

Körperschaft des öffentlichen Rechts

 

-Presseabteilung-

 

Die Islamische Religionsgemeinschaft steht den Opfern von Toulouse solidarisch zur Seite

 

Der Präsident der Islamischen Religionsgemeinschaft, Körperschaft des öffentlichen Rechts, Prof. h.c. Dr. jur. Abdurrahim Vural ist tief bestürzt über die Morde des Attentäters von Toulouse Montauban im Südwesten Frankreichs.

 

Den Angehörigen und Hinterbliebenen gelten unser tiefstes Beileid und unsere aufrichtige Anteilnahme. Wir fühlen mit ihnen in den Stunden des Schocks und der Trauer.

 

Was Extremismus und Rassismus bewirken können, zeige wieder auf traurige Art und Weise der jüngste Angriff auf eine jüdische Schule mit mehreren Toten im südfranzösischen Toulouse.

 

Egal ob politisch links oder rechts, es sei wichtig, dass alle zusammenrücken und sich gegen Rassismus und Extremismus zur Wehr setzen. Es gibt keinerlei Rechtfertigung im Islam für solche niederträchtigen Schandtaten. Der Attentäter schreckte vor nichts zurück und tötete Juden, Christen und Muslime.

 

Die Islamische Religionsgemeinschaft begrüßt außerordentlich, dass der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy die jüdischen und muslimischen Würdenträger nach dem Geschehnis in den Elysee-Palast einlud, um hier Einigkeit zu zeigen und das aufhetzen der Religionen zu verhindern.

 

Die Äußerungen von Le Pens rechtsextreme Partei Front National (FN) und anderen Rechtspopulistischen Politikern wie „Frankreich müsse die islamistische Bedrohung auslöschen“ ist entsetzlich, grausam und unakzeptabel.

 

Die Islamische Religionsgemeinschaft sieht in solchen Äußerungen die Gefahr wachsender Ausländer- und Islamfeindlichkeit begründet. Diese kommen einer pauschalen Stimmungsmache gegen Ausländer und Muslime viel nahe.

 

Das Augenmerk, so der Präsident der Islamischen Religionsgemeinschaft, sei vielmehr darauf zu richten, weitere Morde zu verhindern. Dies sei durch die Förderung eines islamischen Religionsunterrichts Europaweit möglich. Dadurch werde insbesondere das Verständnis der Kinder und Jugendlichen muslimischen Glaubens für ihre Religion, die eine friedliche ist, auf richtige Art gestärkt und eine Schulung durch extremistische Gruppen, die ihnen falsche Werte vermitteln, vermieden.

 

Die Präsident der Islamischen Religionsgemeinschaft in Berlin steht den Opfern von Toulouse solidarisch zur Seite und fordert ausdrücklich zu mehr Sensibilität und Achtung auf.

 

Wir setzen uns entschieden für Toleranz, Weltoffenheit und Zusammenhalt in Europa, insbesondere in Deutschland ein.

 

Mitteilung vom 23. März 2012

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